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Begegnungen unter Hundehaltern

erstellt am: 25.07.2017 | von: Doreen | Kategorie(n): Hundeblog

Als Hundehalter trifft man fast täglich auf Seinesgleichen, ob man will oder nicht. Diese Begegnungen sehen ganz unterschiedlich aus:

Vom freilaufenden Hund, zum Bei-Fuß-Hund an der Leine, bis hin zum ängstlichen Hund welcher augenscheinlich lieber auf einem anderen Planeten wäre.

Doch wie viel Einfluss hat der Hund und auch der Hundehalter auf den Verlauf solcher Begegnungen? Der Hund selbst hat meist wenig bis gar keinen Einfluss, denn sein Halter hat das letzte Wort bzw. das Ende der Leine. Doch auch dem Hundehalter werden Begegnungen mit Seinesgleichen oft gar nicht so leicht gemacht.

Natürlich brauchen Hunde auch Hundekontakt, ein ausgiebiges freundliches Sozialspiel untereinander, das Austesten der Grenzen und Körpersprache ist unbestritten sehr wichtig. Doch nicht jeder Hund hat das gelernt, vielleicht ist ein Hund sogar gerade krank, frisch operiert, eine läufige Hündin oder, oder, oder. Und da kommt der Punkt bei welchem man vielleicht mal keinen Fremdhundekontakt möchte.

Als Beispiel möchte ich folgende Situation schildern:

Ein intakter Rüde und sein Frauchen üben fleißig an dem Problem „Hundebegegnungen“. Auf einem Gebiet mit Leinenpflicht wird geübt ordentlich an anderen Hunden, zunächst auf Distanz, vorbei zu laufen. Natürlich dauert es nicht lange und ihr kommt ein älterer Mann mit drei freilaufenden Hunden entgegen.

Die übende Hundehalterin geht mit ihrem angeleinten Hund auf weite Distanz ins matschige Feld, als die drei freilaufenden Hunde immer näher kommen. Ein freundliches Zurufen mit der Bitte die drei Hunde anzuleinen wird mit einem klägliche scheiternden Rückrufversuch des Mannes erwidert. Ein sich belästigt fühlender Fahrradfahrer bittet nun ebenfalls den Mann seine Hunde anzuleinen, er habe Angst vor Hunden und es sei ja schließlich auch Leinenpflicht hier. Da beginnt die Diskussion schon binnen Sekunden mit lauten Zurufen immer wilder zu werden. Mittlerweile hört man den sich im Training befindlichen Rüden, welcher bis dahin wunderbares Distanztraining machte, unfreundlich zu knurren und zu bellen. Zwei der Hunde stehen imponierend vor ihm und seinem Frauchen, der ältere Herr meint dazu: „Die tun nix!“. Einem weiteren Bitten, die Hunde doch nun endlich weg zu holen, man sei ja offensichtlich am trainieren, wird dann sogar mit einer Beleidigung entgegnet; „Wenn sie ihren Köter nicht im Griff haben, können ja meine Hunde nichts dafür“, muss sich die trainierende Halterin des angeleinten Hundes Anhören.

Nun stellen sich mir ganz simple Fragen: Wer hat denn welchen Hund nicht im Griff? Wo ist heutzutage der Respekt und die Menschlichkeit? Muss mein Hund zu jedem hin und auf „dicke Freunde“ machen?

Ich würde mir wünschen, dass Menschen auch mal wieder außerhalb der eigenen Scheuklappen schauen und wahrnehmen was um sie herum passiert. Auch die Körpersprache der Hunde zu lernen um zu verstehen und zu sehen, dass eben nicht jeder zu jedem hin will oder gar muss. Niemand ist perfekt, weder Hund noch Halter, und auch jeder macht mal Fehler oder ruft den Hund mal zu spät ab. Das ist okay, aber sich mal ehrlich zu entschuldigen und aufrichtig zu sein ist oft mehr wert, als dann noch Mitmenschen zu beleidigen während man selbst ganz klar im Unrecht ist.

Ich hoffe auf freundliche und respektvolle Begegnungen mit Hunden und ihren Menschen 🙂

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