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Kleine Hunde.. na und?

erstellt am: 07.04.2016 | von: Doreen | Kategorie(n): Hundeblog

Oft hört man Menschen sagen „Das ist ja nur ein kleiner Hund“ … „Der ist so klein, der muss nichts lernen“ .. „Wenn er lieb schaut, reicht das doch schon“ und viele weitere Sätze mehr…

Aber stimmt es denn, dass ein kleiner Hund anders behandelt werden sollte als ein großer Hund? Dies war Thema unserer letzten Wanderung im März 2016. Zusammenfassend soll hier ein kurzer Überblick zu lesen sein, damit jeder etwas von dem spannenden Phänomen „kleiner Hund“ hat!

Zu Beginn kann man ganz klar sagen, auch kleine Hunde sind Hunde! Sie müssen, können und sollen Gassi gehen und nicht etwa ein Leben in der Handtasche sitzend verbringen. Die Sinnesorgane sind die selben, und auch ein kleiner Hund liebt es am Boden alles zu erkunden und „Zeitung zu lesen“.

Kleine Hunde haben meist eine höhere Lebenserwartung als große Hunde, teilweise sogar bis zu 20 Jahre, je nach Zucht und Gesundheit. Also sollte man sich VOR der Anschaffung Gedanken darum machen, wie der beste Freund des Menschen auch in einigen Jahren noch versorgt werden kann. Auch wurden zur Jagd oft kleinere Rassen genommen, wie Terrier und Beagle etc. Somit benötigen kleine Hunde nicht selten intensivere Erziehung als größere Rassen. Sonst hat man schnell einen kleinen Wirbelwind unkontrolliert herum rennen und nach allem jagen was sich bewegt. Das Training erfordert teilweise mehr Ruhe, da kleine Hunde eben gern wuselig sind und viele Menschen durch das Kindchen Schema leider nicht so konsequent sind.

Viele Hundebesitzer neigen auch dazu, ihren kleinen Hund auf den Arm zu nehmen, insbesondere bei Begegnungen mit großen Hunden. Der Hund lernt dabei aber nichts sinnvolles, denn es macht den kleinen Hund meist lautstark mit viel Gebell. Er ist ja schön beschützt von oben herab schauend und kann somit prima pöbeln. Der entgegenkommende Hund kann das Ausdrucksverhalten des kleinen ebenfalls nicht mehr lesen, da die Köpersprache verdeckt ist und somit schürt man erst unangenehme Situationen. Da die Körpersprache ja genau die selbe ist, ist es völlig irrsinnig den Hund in den Arm zu nehmen, denn jeder gut sozialisierte Hund (groß und klein) kann sein Gegenüber verstehen.

Gesundheitlich ist zu beachten, dass kleine Hunde oft schlechtere Zähne haben, bedingt durch Züchtung und auch der Gabe von reinem Nassfutter. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt und geeignete Kauknochen, sowie eher Trockenfutter wenn möglich können helfen Zahnstein vorzusorgen.

Warum haben oft kleine Hunde die Angewohnheit so viel zu bellen? Ganz einfach: Prävention! Wenn ich viel „Terror“ mache passiert mir bestimmt nix 🙂 Deswegen ist es wichtig kleinere Rassen genauso zu sozialisieren und aufwachsen zu lassen wie große Rassen. Wenn ein kleiner Hund lernt sich sozial zu verhalten, muss er auch keine Angst haben. Auch als Mensch sollte man sich nicht ständig über kleine Hunde beugen und sie auf den Kopf tätscheln. Probiert es doch mal: Setzt euch auf den Boden und lauter Leute laufen drum herum und fassen auf euch drauf, schauen von oben herab, tätscheln euch im Gesicht rum. Wie findet man das dann? Also ist laut sein und Wind machen prima zur Abschreckung, denn dann zieht sich meist jeder zurück und schon hat der Hund das Verhalten „Bellen“ verstärkt.

Ab wann brauch ein kleiner Hund einen Mantel? Nicht etwa um modisch schick zu sein sondern ganz simpel: Wenn er friert! Eindeutige Anzeichen dass ein Hund friert sind zittern bis hin zu mit den Zähnchen klappern. Ein normal gesunder Hund, welcher sich bei einem Spaziergang bewegt kann in unserem europäischen Winter 30 Minuten draußen sein ohne dicke Kleider. Ganz klar sind kleine Hunde mit dem Bauch näher am Boden und frieren somit schneller als große Hunde. Auch zu beachten ist, dass Rassen mit kurzem Fell (Boxer, Dobermann, Nackthunde) kein Unterfell und wenig Deckhaar haben und somit schneller frieren. Grundsätzlich ist es aber auch vom Lebensstil abhängig, denn wenn ein Hund viel draußen ist, spielt und kaltes Wetter gewohnt ist, brauch dieser nicht zwingend sofort einen Mantel. Wichtig ist natürlich, dass bei Knochen- oder Organerkrankungen ein Mantel absolut sinnvoll ist. Doch nur weil es ein kleiner Hund ist, friert er nicht automatisch, auch hier gilt das Kindchen Schema aus dem Kopf zu nehmen. Mäntel oder Pullover sollten den Bauch schützen, nicht zu eng sein und in erster Linie ihren Zweck erfüllen, nämlich dass der Hund nicht friert.

Welchen Sport können kleine Hunde machen? Im Prinzip jeden! Kleine Rassen eignen sich meist noch besser als große Rassen für Tricks, Dog Dancing, Frisbee und Agility, denn sie sind oft wendiger und schneller. Aber genau wie bei großen Rassen sollte man sich VOR Antritt einer Sportart immer vom Tierarzt erstmal das OK geben lassen. Joggen und Fahrrad fahren geht mit kleinen Hunden genauso, doch gerade beim Fahrrad fahren sollte man es allerdings nicht übertreiben. Die kleinen Beinchen kommen nicht so schnell hinterher wie die der großen Rassen und beim Fahrrad fahren entstehen oft höhere Geschwindigkeiten, also bitte mit Vorsicht daran gewöhnen, und weniger ist oft mehr 🙂

Zum Abschluss ist noch zu sagen, dass es in einer modernen Hundewelt normal sein sollte, dass kleine Hunde mit allen vier Pfoten auf dem Boden sein dürfen, die Welt erkunden und Spaß haben dürfen. Sie sollten genauso die Regeln unserer Gesellschaft kennen und weder andere Tiere noch Menschen anpöpeln, denn nur dann macht das Zusammenleben mit einem kleinen Hund auch viel Spaß und ist für den Hund wesentlich lebenswerter als in einer Tasche oder nur an einer Leine.

 

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